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10.12.11
Teststopp der Prüfstellen mit EN/LTF D - Schirmen wird aufgehoben
Kategorie: Sicherheit

beni.stocker@shv-fsvl.ch

Am 9.12.2011 trafen sich Vertreter der Prüfstellen Air Turquoise, DHV, EAPR, Aerotest, des Herstellerverbandes PMA, der CIVL-Arbeitsgruppe "Wettbewerbsschirme" sowie der Pilotenverbände SHV und DHV in Bregenz um die aktuelle Entwicklung bei der Musterprüfung von Gleitschirmen zu besprechen.

Das ursprünglich zwischen den 3 LTF Prüfstellen und der PMA geplante Treffen, wurde nach dem vom SHV vorgeschlagenen und von den Prüfstellen vereinbarten Teststopp, im erweiterten Rahmen mit zusätzlichen Teilnehmern durchgeführt. Hauptthema war dann auch der Teststopp, sowie mögliche Verbesserungen zur Sicherheit in erwähnter D-Klasse.

Ueber die Eingeschränkte Verwendung von Faltleinen, um deren Missbrauch zu verhindern, bestand zumindst weitgehende Einigkeit. Zuerst muss immer versucht werden den Schirm ohne Faltleinen einzuklappen. Falls gar nicht anders möglich werden Faltleinen nur akzeptiert, wenn sie die gleiche Geometrie wie die A-Leinen aufweisen. Zudem müssen die Faltleinen am Untersegel, zwischen Eintrittsöffnung und A-Aufängung angebracht werden (ev.%-Angaben werden noch v.PMA limitiert), und nie an der Profilnase oder oberhalb. Damit soll verhindert werden, dass durch „Trimmung“ der Faltleinen gezielt ein „weiches“ Klappverhalten erreicht wird. Diese Einschränkungen werden nur für Gleitschirme der Klassen C und D erlaubt. A und B Schirme müssen bis auf weiteres ohne Faltleinen geprüft werden. Um auf allfälige Evolution im guten Sinne reagieren zu können, wird dieser Beschluss f. A und B Schime jährlich nachgeprüft und ggf. angepasst.

Auf weitergehnde technische Beschränungen wie Streckung, Geschwindigkeit, Minimalanzahl von 3 Leinenebenen etc. fand sich bei den 3 LTF Testhäusern und der PMA leider kein mehrheitsfähiger Beschluss.

In der Frage ob die Einfühung einer Competition Class resp. Open Class mit technischen Einschränkungen, nicht die beste Lösung wäre um den Druck auf die EN/LTF D Klasse zu verringern waren die Meinungen dann ganz gespalten. Mit Vertretern z.B. aus Frankreich und der Schweiz eher offen für eine "Compclass", resp. aus Oesterreich und Deutschland gegen diese Oeffnug.

Durch das Erreichen einer zumindest zum Thema Faltleinen befriedigenden Lösung, wurde eine Aufhebung des Teststops für LTF/EN-D-Schirme beschlossen. Dazu wurde folgende gemeinsame Erklärung formuliert:

 

"Der Teststop der Prüfstellen von EN-D Gleitschirmen wird aufgehoben.

Das Zertifizierungssytem muss sehr objektiv arbeiten. Einige neue EN-D Gleitschirme haben die Flugtests bestanden.

Diese Gleitschirme wurden bereits mit der beschränkten Benutzung von Faltleinen getestet, wie sie beim Meeting der Prüfstellen und der PMA am 9. Dezember 2011 beschlossen wurde.

Das Zertifizierungssystem hat nicht die Berechtigung technische Beschränkungen wie zum Beispiel der Streckung oder der Geschwindigkeit zu beschließen. Dies können nur die Hersteller und Wettbewerbsorganisatoren tun.

Die Piloten müssen sich darüber im Klaren sein, dass es innerhalb der EN-D Kategorie einen breiten Bereich von Gleitschirmen gibt für unterschiedliche Pilotenfähigkeiten. Gleitschirme, die konstruiert wurden um nur von den besten Piloten in Wettbewerben des Spitzensports geflogen zu werden und traditionelle EN-D Gleitschirme, wie wir sie alle bisher seit vielen Jahren kennen, die für Hobbypiloten gedacht sind.

 Die Beschreibung für welche Pilotengruppe EN-D Gleitschirme gedacht sind, ist in der Norm festgelegt:

 

 “ EN-D

Gleitschirme mit anspruchsvollem Flugverhalten und potenziell heftigen Reaktionen auf Turbulenzen und Pilotenfehler. Die Rückkehr in den Normalflug erfordert präzisen Piloteneingriff.

Für Piloten, die  über viel Übung im Ausleiten abnormaler Flugzustände verfügen, die sehr aktiv fliegen, die signifikante Erfahrungen in turbulenten Bedingungen gesammelt haben, und die die möglichen Konsequenzen des Fliegens mit einem solchen Gleitschirm akzeptieren.”