Ausbildung

Elektroantrieb

Der Elektroantrieb ist für Gleitschirme, Deltas und Starrflügler eine Aufstiegs-Alternative für den Einstieg in die Thermik. E-Hängegleiter gehören seit 2016 zum SHV und sind damit unsere jüngste Flugsparte.

  • Rechtliche Grundlagen

    Die rechtliche Grundlage ist die «Verordnung über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien» (VLK). Grundsätzlich sind Hängegleiter mit und ohne Elektroantrieb gleichgestellt. In Artikel 10a enthält allerdings Sonderbestimmungen:

    • Starts und Landungen ausschliesslich von einem Flugfeld (Ausnahme: Landungen aus Sicherheitsgründen)
    • Bewilligung des Flugplatzleiters
    • Zulassung des Geräts gemäss deutschen Lufttüchtigkeitsanforderungen Aufgrund der Flugfeldpflicht gelten zudem die dortigen Anforderungen (insb. Funk).
  • Zugelassene Elektroantriebe

    Zugelassen sind Elektroantriebe für Gleitschirme, Deltas und Starrflügler als Fussstarter oder als Trike. Sie müssen den Lufttüchtigkeitsanforderungen des deutschen Luftfahrtbundesamtes (LBA) für schwerkraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge der Bauart Fussstart-UL und Trike entsprechen. Jeder Pilot muss prüfen, dass der Hersteller diese Anforderungen erfüllt.

  • Ausbildung und Prüfung

    Voraussetzung für den Beginn der Ausbildung ist ein Gleitschirm-, Delta- oder Starrflügler-Brevet. Die theoretische und praktische Ausbildung erfolgt bei einem Fluglehrer. Die Liste der Fluglehrer findest du weiter unten.

    Theoretischen Prüfung in den Fächern Wetterkunde, Gesetzgebung und Vorschriften, Materialkunde/Technik, Flugpraxis. Sie wird mündlich oder schriftlich bei der Flugschule abgelegt. Zudem muss bis spätestens 8. April 2018 das Sachgebiet Flugfunk (Fach 90) und die Radiotelefonie (Voice) absolviert werden.

    Praktische Prüfung: Voraussetzung sind mindestens 20 Starts, Platzrunden und Landungen sowie eine Haftpflichtversicherung mit mindestens 1 Mio. CHF Deckung. Die Prüfungsaufgaben sind: Flug- und Startvorbereitung (Briefing), Start, 8-Figur (Horizontalflug), Touch and go, Landeanflug, Landung in einem markierten Landefeld mit einer Länge von 100 m und Funksprüche.

  • Fluglehrer für Elektrohängegleiter
  • Ausländische UL-Lizenz

    Der Inhaber einer ausländischen UL-Lizenz profitiert von einer erleichterten Zulassung. Es wird individuell geprüft, welche Teile der theoretischen und praktischen Prüfung zu absolvieren sind, jedoch mindestens: Checkflug bei einem Fluglehrer, Theoriefach Gesetzgebung und Vorschriften sowie bis spätestens 8. April 2018 ist das Sachgebiet Flugfunk (Fach 90) und die Radiotelefonie.

  • Flugfelder

    Hängegleiter mit Elektroantrieb dürfen nur auf Flugfelder starten und landen. Aussenlandungen sind erlaubt, falls eine sichere Rückkehr zum Flugfeld nicht möglich ist. In der Schweiz gibt es fast 40 Flugfelder. Diese Flugfelder dürfen genutzt werden, wenn der Pilot eine schriftliche oder mündliche Bestätigung vom Flugfeldleiter hat. Informationen über die Flugfelder und die Zulassung der Hängegleiter mit Elektroantrieb sind auf der Webseite des Vereins Elektroflug Schweiz zu finden.

  • Funk

    Wegen der Flugplatzpflicht muss bis spätestens 8. April 2018 eine Theorieprüfung (Fach 90) sowie die praktische Prüfung Radiotelefonie in einer nationalen Sprache (oder in englischer Sprache, falls am Flugfeld auch Englisch gesprochen wird) absolviert werden. Piloten mit gleichwertiger ausländischer Funk-Lizenz müssen diese Prüfungen nicht machen.

  • Versicherung

    Jeder Halter eines Hängegleiters muss eine Haftpflichtversicherung mit mindestens 1 Mio. CHF Deckung haben. Der SHV bietet eine kostengünstige Prämie für seine Mitglieder an.