SHV Leistungssportstrategie 2026–2030
Die SHV-Leistungssportstrategie 2026–2030 bildet den Rahmen für die Weiterentwicklung des Leistungssports im Gleitschirm- und Deltafliegen in der Schweiz. Ziel ist es, Strukturen weiter zu optimieren, Talente gezielt zu fördern und den internationalen Erfolg mittel- und langfristig zu sichern. Die Strategie richtet sich an Athletinnen und Athleten, Trainerinnen und Trainer, Verbandsmitglieder sowie Partnerorganisationen. Hier findest du eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.
Grundlagen
Die Strategie basiert auf den Vorgaben des SHV-Vorstands, von Swiss Olympic sowie des internationalen Verbands FAI/CIVL. Grundlage bilden unter anderem das SHV-Leitbild 2019, die Strategie 2020plus sowie die Beschlüsse des Vorstands zum Projekt Organisationsentwicklung Leistungssport OELS.
Im Rahmen dieser Grundlagen wurden zentrale Themen definiert: klare Rollen und Schnittstellen, eine gemeinsame Vision, bessere Nutzung von Synergien, ein gestärkter Wissenstransfer, koordinierte Kommunikation sowie eine professionelle Organisation des Leistungssports.
Vision und Mission
Der SHV fördert Athletinnen und Athleten im Hängegleitersport gezielt auf ihrem Weg zu Bestleistungen, mit dem Ziel, international ganz vorne dabei zu sein. Dazu schafft der Verband ein motivierendes und wertschätzendes Umfeld, stärkt Ausbildung und Training, fördert Innovation und pflegt eine lebendige Gemeinschaft aus Freiwilligen und Hauptamtlichen.
Ausgangslage
Alle Disziplinen des Gleitschirmfliegens – Competition, Hike & Fly, Acro und XC – sowie Delta sind gut im Verband verankert. Die Geschäftsstelle koordiniert den Leistungssport über den Chef Leistungssport, während der Event-Manager die nationalen Wettkämpfe organisiert. Die bestehenden Wettkampfformate funktionieren in allen Disziplinen gut, und die Website swissleague.ch unterstützt Mitgliederverwaltung, Trainingsorganisation, Wettkampfbetrieb und Medienarbeit.
Strategische Schwerpunkte
Die Strategie setzt auf 15 priorisierte Schwerpunkte. Im Zentrum stehen die Klärung von Strukturen, Aufgaben, Schnittstellen und Rollen, die Stärkung der Elite- und Nachwuchsförderung, die Nutzung von Synergien, hohe Sicherheitsstandards, eine starke Wettkampf- und Eventorganisation sowie die Sicherung und Erweiterung der finanziellen Mittel.
Diese Schwerpunkte werden in fünf Grundpfeilern zusammengefasst:
1. Kaderbetrieb und Training
Der SHV fördert strukturiertes Kadertraining in allen Disziplinen, baut einen kompetenten Trainerpool auf, entwickelt klare Rollenbeschreibungen und stärkt Talent- und Kaderselektionen nach PISTE. Zudem sollen Trainingsangebote speziell für Frauen geschaffen und internationale Grossanlässe gezielt beschickt werden.
2. Wettbewerbe
Regionale und nationale Wettkämpfe sollen weiterentwickelt werden. Das Label «Swissleague» dient dabei als disziplinübergreifendes Wettbewerbssystem. Internationale Wettkämpfe in der Schweiz werden als eigenständige Projekte organisiert, und die Freiwilligen-Community im Wettkampfbereich soll weiter unterstützt und wertgeschätzt werden.
3. Nachwuchsförderung
Die Nachwuchsförderung basiert auf aktuellen Weltstands- und Sportartanalysen. Ideale Athletenwege werden nach FTEM aufgezeigt. Spezielle Fördergefässe für weibliche Athletinnen sowie junge Athletinnen und Athleten U26 sollen aufgebaut und weiterentwickelt werden.
4. Sicherheit und Prävention
Sicherheit und Prävention haben im Kader- und Wettkampfbetrieb, in der Nachwuchsförderung sowie in der Aus- und Weiterbildung höchste Priorität. Bestehende Sicherheitsstandards werden konsequent angewendet, überprüft und bei Bedarf angepasst.
5. Ausbildung und Wissen
Der SHV stärkt Aus- und Weiterbildungsangebote für Trainerinnen, Trainer und Coaches, beobachtet Materialtrends, verbessert Rahmenbedingungen für Fachpersonen und sichert Wissen durch gezielte Nachfolgeplanung in Schlüsselrollen.
Synergien und Organisation
Ein zentrales Ziel ist es, Synergien zwischen den Disziplinen besser zu nutzen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Disziplinen soll die sportliche Weiterentwicklung fördern. Das Team Leistungssport bildet dafür den organisatorischen Rahmen.
Die bestehende Organisation wird bestätigt. Der Vorstand bleibt zuständig für Grundsatzentscheide zu Strategie, Organisation, Finanzen, personeller Dotierung, Leistungsaufträgen und Jahresberichterstattung. Für mehr Planungssicherheit sollen entsprechende Beschlüsse künftig für vier Jahre gelten.
Konkrete Massnahmen
Zu den nächsten Schritten gehören aktuelle Weltstandsanalysen in allen Disziplinen sowie die Erarbeitung eines SHV-Leistungssport-Förderkonzepts gemäss den Vorgaben von Swiss Olympic. Dieses Konzept umfasst unter anderem messbare SMART-Ziele, Athletenwege nach FTEM, Kaderstrukturen, Trainerausbildung, Trainings- und Wettkampfinfrastruktur sowie sportwissenschaftliche Unterstützung.
Weitere Massnahmen sind eine aktive und koordinierte Medienarbeit, die Suche nach zusätzlichen Sponsoren sowie die Weiterentwicklung der Eventorganisation in Zusammenarbeit mit Behörden, Umweltorganisationen und dem Bundesamt für Zivilluftfahrt.
Erfolgskontrolle
Die Umsetzung der Strategie wird anhand messbarer Kriterien überprüft. Dazu gehören sportliche Resultate an FAI-Welt- und Europameisterschaften, Weltcups, XAlps und weiteren bedeutenden Wettkämpfen, die Medienresonanz, die Zufriedenheit der Athletinnen und Athleten sowie Rückmeldungen von Geschäftsleitung, Vorstand und Swiss Olympic. Nach zwei Jahren erfolgt eine Zwischenüberprüfung, nach vier Jahren wird die Strategie umfassend evaluiert und bei Bedarf angepasst.
Die komplette Leistungssportstrategie inkl. Grafiken findest du hier