4 tödliche Unfälle in 3 Tagen
Zwischen dem 28. und dem 30. Juli ereigneten sich 4 tödliche Gleitschirmunfälle während einer Hitzeperiode. Im Gegensatz zur Unfallserie vom letzten Jahr zeigen die aktuellen Fälle nur wenige Gemeinsamkeiten. Das Pilotenprofil war durchmischt, vom Flugschüler über den Gelegenheitspiloten bis zum Streckenpiloten und das Durchschnittsalter lag mit 33,5 Jahren deutlich tiefer als letztes Jahr mit über 60 Jahren. Die Schirmklassen waren ebenfalls sehr unterschiedlich, vom EN A über Mid-B bis zum Hochleister. Einzige Gemeinsamkeit war, dass alle Unfälle während einer Hitzeperiode passierten, und dass nach den bisherigen Erkenntnissen in 3 von 4 Fällen Turbulenzen einen Einfluss hatten. An dieser Stelle zu erwähnen ist die Böenfront vom 30. Juli (der SHV und andere Stellen hatten dazu vorgängig Warnungen gepostet). Möglicherweise ereignete sich einer der beiden tödlichen Unfälle am 30. Juli während des Durchgangs dieser Böenfront. Für detailliertere Infos ist es noch zu früh. Der SHV wird die Fälle vertieft analysieren und online informieren, sobald präzise und belastbare Informationen vorliegen.
Hitze und Trockenheit verstärken bodennahe Turbulenzen.
Wir befinden uns in einer ausgeprägten Trocken- und Hitzeperiode. In diesem Zusammenhang möchten wir an unseren Newsbeitrag von Mitte Juli erinnern, wo auf die Folgen hingewiesen wird. Während Trocken- und Hitzeperioden ist besondere Vorsicht und eine gute Beobachtung der Umgebung wichtig. Für Piloten mit wenig Erfahrung empfiehlt sich im Zweifelsfalle, ganz auf Flüge zu verzichten. Mehr zum Thema Hitze, Trockenheit, Dustdevils & Böen:
- Airlesson eines Dustdevil-Erlebnisses (aus dem aktuellen Swissglider)
- Weitere Facts über Dustdevil (aus dem aktuellen Swissglider)
- Bericht im Lu-Glidz Blog "Trockene Böden sorgen für starke Böen"
Wolken-Outflow, Böenfronten & Co.
Die erwähnte Böenfront vom 30. Juli gehört zu jenen Wetterphänomenen, die eher selten sind, dann aber mit grosser Geschwindigkeit und Heftigkeit auftreten können. Zudem wird ihr Eintreffen von Piloten oft nicht oder zu spät erkannt. Im nächsten Swissglider werden Wetterphänomene dieser Art näher beleuchtet: Wolken-Outflow, Böenfronten, Druckwellen und «Squallines».